Der Verein
“Wer hat das genehmigt?” - 10 Jahre Neuer Kunstverein Aschaffenburg e.V.
Ein Rückblick von Thomas Röske
Ein Dezennium ist seit der Gründung des Neuen Kunstvereins bereits vergangen. Obgleich stets mit jüngsten Tendenzen in der Kunst befasst, ist sein Engagement der vergangenen Jahre bereits Teil der Kunstgeschichte. So macht sich der scheidende Kunsthistoriker des Vorstands im Folgenden daran, die wichtigsten Entwicklungsschritte dieser Institution für zeitgenössische Kunst nachzuzeichnen, um ihre über die Jahre gewachsene Gestalt zu verdeutlichen.
Vor der eigentlichen Gründungsversammlung am Montag, dem 25.2.1991 im “Storchennest” hatte es schon einige Zeit gegärt. Eine kleine Zahl Bürger Aschaffenburgs, die mehr und mehr unzufrieden waren mit der Situation der aktuellen bildenden Kunst in der Stadt, hatte sich schließlich, im Juni 1990, zur Initiative “Kunstforum” zusammengeschlossen. Die Wortführung hatten Karin Brass, die wenige Wochen vorher, nach fünfzehn Jahren, ihre “Galerie am Nachmittag” geschlossen hatte, die Gymnasiallehrerin Elisabeth Claus, die schon lange als Kunstkritikerin im Rhein-Main-Gebiet arbeitete, die Literaturwissenschaftlerin Dr. Brigitte Schad, die Ausstellungen im Stadtarchiv betreute, und der Feuilletonchef vom “Main Echo”, Dr. Helmut Teufel. Man beriet sich mit anderen Leitern deutscher Kunstvereine und klärte mit dem Oberbürgermeister und dem Stadtrat, welche finanzielle Unterstützung zu erwarten wäre und welche Räumlichkeiten man nutzen könnte. Anschließend wurden die Kandidaten für die erste Vorstandswahl des Vereins aufgestellt. Dabei stand Brigitte Schad bald nicht mehr zur Verfügung, da ihr Ende des Jahres die Leitung der Städtischen Galerie in der Jesuitenkirche übertragen worden war. So traten neben Elisabeth Claus als Vorsitzender und Karin Brass als deren Stellvertreterin als Schatzmeister der Sparkassenangestellte Günther Jung und als Schriftführerin die Kunsthistorikerin Ulrike Krautheim-Brouczek an, die bei der Volkshochschule (VHS) für Kunst zuständig war. Als Beisitzer wurden neben Helmut Teufel der Elektrokaufmann Hans Braun vorgeschlagen, der Leiter der Steinmetzschule Georg Hüter, der Kunsterzieher und Künstler Werner Kiesel, zugleich Vorsitzender des Berufsverbands Bildender Künstler Untermain (BBKU), sowie - als Ersatz für Brigitte Schad - der Kunsthistoriker Dr. Thomas Röske aus Frankfurt, der zunächst nur Vorträge hatte halten und Ausstellungsgespräche hatte leiten sollen. Von diesen lehnte die Versammlung im “Storchennest” nach heftiger Diskussion Georg Hüter ab, weil insbesondere die anwesenden Kunstschaffenden keinen professionellen Künstler in der Leitung des Vereins dulden wollten. Alle übrigen Kandidaten, selbst Werner Kiesel, dessen Position aus gleichen Gründen zunächst ebenfalls umstritten war, wurden gewählt.
Für den Namen “Neuer Kunstverein Aschaffenburg e.V.” entschied man sich, da es bereits einen älteren Geschichts- und Kunstverein in der Stadt gab. Außerdem sollte der Name auf die Absicht verweisen, dezidiert zeitgenössische Kunst zu fördern. Noch im selben Jahr wurde ein erstes Programm geboten, das aus Vorträgen bestand, Führungen durch Ausstellungen zeitgenössischer Kunst im benachbarten Frankfurt sowie einer Video-Nacht anlässlich des sommerlichen Altstadtfestes. So fand die Idee des Vereins schnell weitere Anhänger. Im Juni 1990 konnte man bereits 160 Mitglieder verzeichnen. Die Zahl wuchs kontinuierlich, so dass der Verein heute bereits weit über 300 Mitglieder zählt. Zur Unterstützung seiner Aktivitäten in der Stadt wurde Ende des Jahres 1991 ein Kuratorium aus wichtigen Persönlichkeiten Aschaffenburgs ins Leben gerufen, aus deren Kreis 1994 wiederum ein künstlerischer Beirat hervorging.
Bei den ersten Ausstellungen wählte man bewusst Bezüge zur Stadt, um dem Aschaffenburger Publikum Anknüpfungspunkte zu bieten und - nicht zuletzt - um Sponsoren die Identifizierung mit den Projekten zu erleichtern. In seiner ersten Schau machte der Verein Papier als plastisches Material zum Thema und erinnerte damit an die weit zurückreichende Tradition der Zellstoffverarbeitung in Aschaffenburg und Umgebung. Diese inhaltliche Anbindung, die mit einem historischen Teil der Ausstellung im Bachsaal verdeutlicht wurde, und die Teilnahme von nur neun Künstlern schloss die Gefahr einer Konkurrenz von “papier=kunst” zu der schon einige Jahre etablierten Biennale für Papierkunst in Düren aus. Zudem wurde erst im Nachhinein, aufgrund des großen Erfolgs, der Entschluss gefasst, das Thema wiederaufzugreifen. In der Folge findet dann annähernd regelmäßig, alle zwei bis drei Jahre, eine Papier-Schau statt. So begründete der Erstling zugleich die erste Ausstellungsreihe des Neuen Kunstvereins.
Mit einem breiten Spektrum an Gestaltungsformen machte “papier=kunst” zwar noch keine übergreifende ästhetische Tendenz der neuen Institution deutlich. Doch setzte die Ausstellung auch damit einen Maßstab für die folgenden, dass Wert auf die überregionale, ja internationale Herkunft der beteiligten Künstler gelegt worden war. Sie kamen aus verschiedenen deutschen Bundesländern, aus Ägypten und Israel. Und auch der Katalog, der nicht nur Texte zu jedem der beteiligten Künstler, sondern zudem übergreifende Artikel zum Werkstoff Papier und seiner lokalen Geschichte enthielt, war modellhaft. Er begründete eine neue, in Format und Gestaltung einheitliche Publikationsreihe, “Forum Aschaffenburg”, die in der Folge auch von anderen städtischen Ausstellungsinstitutionen genutzt wurde.
“papier=kunst” fand große Beachtung, überregional wie innerhalb der Stadt, was sich nicht zuletzt im Ankauf eines der ausgestellten Werke (von Lena Liv, siehe Abb. 1) durch das Schlossmuseum niederschlug. Mit seinem Debüt hatte der Neue Kunstverein außerdem bewiesen, dass er ein entsprechendes Unternehmen bewältigen konnte und zu wirtschaften verstand mit den Mitteln der Stadt (einem Sonderposten des Etats für die Städtische Galerie), den Einnahmen durch Mitgliedsbeiträge und - vor allem - der bedeutenden finanziellen Unterstützung von dritter Seite: Offenbar war das Interesse an seiner Aktivität und der damit eingeschlagenen Richtung von Seiten potentieller Sponsoren groß genug, um ein anspruchsvolles Programm mit Gegenwartskunst zu gewährleisten. So sah man sich in der Lage, für das kommende Jahr mit Hilfe des Arbeitsamtes eine einjährige Stelle auf ABM-Basis für Ausstellungsvorbereitung einzurichten, die mit dem Vorstandsmitglied Thomas Röske besetzt wurde.
Ein halbes Jahr verstrich bis zur zweiten Schau, vor allem auch, weil der Neue Kunstverein noch keinen eigenen Ausstellungsraum besaß und lediglich Gastrecht in der Jesuitenkirche genoss. Von der Stadt waren eigene Räumlichkeiten am Theaterplatz zugesagt worden, für eine Übergangszeit von drei Jahren. Aber diese waren noch nicht hergerichtet. So gebar die Not die Idee zur ersten Ausstellung des Vereins im Außenraum, genannt “Stadt-Werke”. Wieder war die Gruppe der acht Künstler, die mit Skulpturen und Installationen Plätze im Altstadtbereich besetzten, überregional zusammengesetzt. Das provozierte diesmal bereits im Vorfeld Reaktionen. Von Gründung des Neuen Kunstvereins an war von Seiten der lokalen Künstlerschaft immer wieder darauf gedrungen worden, sie am Programm der neuen Institution zu beteiligen. Dass der Steinbildhauer Georg Hüter als Aschaffenburger an “Stadt-Werke” mitwirken sollte, beschwichtigte entsprechende Stimmen nicht, im Gegenteil. So entschloss sich eine Reihe von städtischen Künstlern, die dem BBKU angehörten, unter der Federführung des Vorstandsmitglieds Werner Kiesel, parallel eine eigene Schau zu veranstalten, und zwar im Stadtpark Schöntal, etwas entfernt von der Altstadt. In der Zeitung, die der Neue Kunstverein in Automaten im gesamten Ausstellungsbereich zur Verfügung stellte, wurden dann alle Werke beider Projekte berücksichtigt. Wie hier, so setzte sich auch in anderen Fällen der Verein für lokale Künstler ein, etwa indem Vorstandsmitglieder bei der Konzeption und Finanzierung von Ausstellungen berieten, Empfehlungen an andere Institutionen aussprachen oder Katalogtexte verfassten. Nach Ablauf von “Stadt-Werke” konnte als weitere Publikation ein Dokumentationskatalog erscheinen - ein Novum, das Nachfolge bei späteren Projekten fand.
Die Schau fiel in eine Zeit, in welcher europaweit eine wachsende Zahl temporärer Präsentationen von Kunst im Außenraum zu verzeichnen war, und bot originelle und provozierende Positionen innerhalb der entsprechenden internationalen Diskussion. Sie wurde demgemäß großzügig von Aschaffenburger und Frankfurter Sponsoren sowie den lokalen Behörden unterstützt, durch Sach- und Dienstleistungen. Die Beachtung durch die Bürger der Stadt und ein überregionales Publikum war unerwartet groß; umfassende Berichte wurden auch in Zeitungen wie der Frankfurter Allgemeinen, der Frankfurter Rundschau und der Süddeutschen gedruckt. Unter den späteren Aktivitäten des Neuen Kunstvereins konnte sich mit diesem Aufsehen eigentlich nur die zweite Ausstellung im Außenraum, “Auf die Straße gesetzt”, messen, die 1997 in einer ähnlichen Situation der Unbehaustheit veranstaltet wurde. Allerdings fand “Stadt-Werke” nicht nur Zuspruch. In Leserbriefen an die lokalen Nachrichtenorgane und Schreiben an den Verein selbst machte sich auch viel Ärger Luft. Ein empörter Kunsterzieher etwa untermauerte seine Kritik mit referierten Missfallensäußerungen anderer: “So ein Blödsinn - Schweinerei - Frechheit - geistig und moralisch krank … Wer hat das genehmigt? Wer im Rathaus ist dafür verantwortlich? Müssen wir uns das überhaupt gefallen lassen?” Glücklicherweise wurden solch agressive und erschreckend obrigkeitshörige Äußerungen in Aschaffenburg später seltener. Dafür dürfte unter anderem das anhaltende Kommunikationsangebot des Neuen Kunstvereins verantwortlich sein, das nicht nur aus Publikationen, Vorträgen, Diskussionsveranstaltungen und Ausstellungsgesprächen besteht, sondern etwa auch Kinderprogramme sowie Kunstfahrten zu Ausstellungen und Museen im In- und Ausland umfasst.
Das nächste Ausstellungsprojekt, “Avantgarde in Aschaffenburg”, ein Rückblick auf den bedeutendsten Vorläufer der Vereinsaktivität in der Stadt, und der zugehörige Katalog waren wiederum ambitioniert und wurden diesmal von der Städtischen Galerie und den Museen der Stadt mitgetragen. Dabei veranschaulichte man im neuen “Kunstraum am Rathaus” die Geschichte der “galerie 59”, die zwischen 1959 und 1964 in Aschaffenburg ein erstaunliches Spektrum international bedeutender, aktueller Kunst vorgestellt hatte, mit Hilfe von Dokumenten und einer Auswahl damals gezeigter Werke. Ein Modell samt einiger Skizzen und Pläne rief das Projekt eines Museums für Moderne Kunst ins Gedächtnis zurück, das damals auf Initiative des Galeristen Heiner Ruths, und nach Plänen des Architekten Le Corbusier am Main bei Erlenbach (Abb. 2) errichtet werden sollte - eine verpasste Chance, der Kunstbegeisterte noch heute nachtrauern (deshalb wählte der Neue Kunstverein als sein Signet den Grundriß dieses Baus, eine eckige Spirale, die ständig erweitert werden könnte, siehe Abb.3). Im Foyer des Theaters war zudem die spektakulärste Kunstaktion der Galerie dokumentiert, die Farbschüttung Markus Prachenskys auf der Bühne des Theaters im Jahre 1960. Als zweiten Teil der Ausstellung zeigte man in der Jesuitenkirche, unter dem Titel “Rückkehr”, eine Auswahl von neuen Werken Prachenskys und Maria Lassnigs, die ebenfalls von der “galerie 59” gefördert worden war.
Viele Bürger der Stadt sowie Zeitzeugen von nah und fern erinnerten sich noch an die geradezu revolutionären Impulse, die der Galerist Ruths gesetzt hatte, und so fand der überwältigende Zuspruch bei Eröffnung der Ausstellung im Stadttheater Fortsetzung während ihrer gesamten Dauer. Auch diesmal spiegelte sich dies in der überregionalen Presse wider. So setzte sich etwa der Feuilletonchef der Frankfurter Rundschau, Peter Iden, ebenso ausführlich mit seinen Erinnerungen an den damaligen Aufbruch in Aschaffenburg auseinander, wie Wolfgang Jean Stock in der Süddeutschen Zeitung. Dem Neuen Kunstverein war mit seinen ersten Ausstellungen ein beachtlicher Dreischritt gelungen, der seinen Namen weithin bekannt machte.
Das erste eigene Domizil des Vereins, der “Kunstraum am Rathaus”, hatte eine eigenwillige Gestalt. Der Bau war als Druckerei in den späten 20er Jahren errichtet, in jüngerer Zeit von einem Supermarkt genutzt worden und hatte zuletzt als Depot für die Museen der Stadt gedient. Nach verschiedenen Umbauten zeigte der Grundriss der ca. 350 qm kaum einen rechten Winkel mehr, (Abb.4)und die beiden Reihen frei stehender Pfeiler trugen eine Decke mit zweierlei Höhenniveau. Er war mit einem Steinboden ausgestattet und lediglich künstlicher Beleuchtung, da man sich zugunsten von Hängefläche gegen das Öffnen der zum Platz blickenden großen Fenster entschieden hatte. Leider ließ sich die Installation einer Heizung bei der Stadt nicht durchsetzen, so dass man den “Kunstraum” im Winter nicht regulär nutzen konnte. Einzig der 1994 begründete WeihnachtsKunstmarkt für regionale Künstler fand hier regelmäßig an einem Dezemberwochenende statt.
Gerade durch seine Abweichungen vom gewöhnlichen “white cube” zeitgenössischer Kunstinstitutionen erwies sich der Raum aber als verblüffend variabel und gestaltungsfähig und wurde von vielen Künstlern geschätzt, gerade auch als eine Herausforderung für Installationen. So war es bereits im ersten Jahr seiner Nutzung möglich, ihn mit ganz verschiedenen Ausstellungstypen erfolgreich zu bespielen. Der raumfüllenden Installation “Einatmen - Ausatmen” von Vollrad Kutscher - übrigens die ersten Ausstellungsübernahme durch den Verein - folgte mit “Doppelblick” ein Dialog zweier Künstlerinnen, bevor mit “Widerpart” diese Idee zum Prinzip einer Gruppenschau gemacht wurde, in der jeweils zwei Teilnehmer einen Bereich des Raumes gemeinsam gestalteten. Weitere Neuerung war in diesem Jahr die Begründung einer zweiten Katalogreihe, “Aktuelle Kunst in Aschaffenburg”, mit der Publikation zu “Doppelblick”. Sie stand, wie die erste, auch anderen Ausstellungshäusern in Aschaffenburg offen.
Die One-Man-Show Kutschers blieb in der Geschichte des Vereins nahezu einzig. Eine Ausstellung mit Bildern von Günther Förg im Jahr 2000 war die zweite Ausnahme von dem nun stets befolgten Prinzip, zumindest zwei künstlerische Positionen einander zu konfrontieren. Damit wurde die traditionelle Förderung von “Künstlerheroen” relativiert und das Argument der Kunst selbst in den Vordergrund gerückt. Nun, am Ende des ersten vollgültigen Ausstellungsjahrs mit immerhin schon vier Projekten, wurde außerdem deutlich, dass es ästhetische Leitlinien für die Auswahl der gezeigten Kunstwerke gab, wenn diese auch nicht durchweg verpflichtend waren. Insbesondere machte sich eine Vorliebe für konstruktive Tendenzen in Malerei und Skulptur bemerkbar - die gerade Anfang der 90er Jahre auch andernorts, als eine der Gegenbewegungen zur “wilden Malerei” der 80er, neue Aufmerksamkeit erhielten. Daneben war vor allem ein starkes Interesse an neuen Medien festzustellen - entsprechend einem breiten Trend in der Kunstszene.
1994 fand neben einer Fortsetzung der Reihe “papier=kunst” und einem weiteren, vom Marburger Kunstverein übernommenen Dialog zweier Künstler in “Bilder der Stille” zum ersten Mal eine Gruppenausstellung statt, deren Konzept nicht vom Vereinsvorstand unter Federführung seiner Vorsitzenden selbst erarbeitet worden war. Das Projekt “Urban Camera”, eine Schau mit Fotografien von New York, hatten die sechs beteiligten Münchner Künstler selbst vorgeschlagen. Diese Erweiterung der Verantwortung für die Gestaltung des Programms wurde 1995, nach einem weiteren künstlerischen Dialog, “Von der Fläche in den Raum”, weiterverfolgt, als für die Schau “Ins Licht gerückt” einzelne Mitglieder des Vorstands eigenverantwortlich jeweils einen jungen Künstler aus Aschaffenburg vorstellten und als bei der Ausstellung “Im Raum der Erinnerung” mit Angeli Sachs zum ersten Mal eine Gastkuratorin auftrat. Gerade dieses Projekt, das mit aktuellen Werken international renommierter Künstler innerhalb der zeitgenössischen Diskussion um Erinnerungskultur in Europa Stellung bezog, erhielt wieder große überregionale Aufmerksamkeit. Unter den Teilnehmern war übrigens eine in Aschaffenburg bereits bekannte Künstlerin, Lena Liv, die an “papier=kunst” 1991/92 mitgewirkt hatte.
Die Zusammensetzung des durchweg ehrenamtlich arbeitenden Vorstands hatte sich über die Jahre nur wenig verändert. Allerdings war noch während der Ausstellung “Stadt-Werke” Werner Kiesel zurückgetreten und die Keramikerin Christine Neidlinger hinzugekommen. 1994 hatte sich Helmut Teufel zurückgezogen und war durch die Juristin Eva Pfeuffer ersetzt worden. 1995 aber entschied sich der Vorstand nicht nur, durch die Aufnahme der Restauratorin Elwine Rothfuß-Stein die Zahl seiner Mitglieder zu erhöhen, sondern auch, erneut eine ABM-Stelle einzurichten. Sie wurde mit dem Literaturwissenschaftler Heinz Bartkowski besetzt, der bereits jahrelang als Kritiker für zeitgenössische Kunst im Rheinland gearbeitet hatte. Diese zusätzliche feste Arbeitskraft war zur Unterstützung der Organisation und Durchführung von Ausstellungen dringend nötig, obwohl auch eine kleine Zahl von Mitgliedern, wie z.B. die Künstlerin Irmtraut Klug-Berninger, immer wieder dem kleinen Team um Elisabeth Claus helfend beistand. Denn mittlerweile veranstaltete der Verein drei bis fünf Präsentationen pro Jahr. Mit Heinz Bartkowskis Hilfe konnte die Zahl 1996 dann sogar auf sieben gesteigert werden. Dabei beschränkte sich der Vereinsvorstand allerdings bei vier dieser Ausstellungen auf die Gesamtverantwortung und die Mithilfe bei der Durchführung. In “Ortswechsel” stellte sich eine Gruppe Kölner Maler und Bildhauer vor, mit der Plakat-Aktion “I AM YOU”, die im Schöntal installiert wurde, gastierte ein Projekt des Goethe-Instituts in Aschaffenburg, die Fotowanderausstellung “Heiße Brühe” über Obdachlosigkeit in Deutschland war von zwei Frankfurter Kuratoren zusammengestellt worden, und das subjektive “Stadtmodell” Aschaffenburgs führte der hier aufgewachsene Berliner Künstler Markus Wirthmann mit einigen noch ansässigen Freunden in einer mehrwöchigen Aktion durch. Dafür konnte man die Kräfte stärker auf Konzeption und Gestaltung der international besetzten Schau “Dehnbar” konzentrieren, in welcher Gummi, Latex und Kautschuk als Material in der zeitgenössischen Plastik vorgestellt wurde. Diese Konzentration auf einen weiteren künstlerischen Werkstoff erregte Aufsehen und brachte viele neugierige Besucher nach Aschaffenburg. Übrigens fand die Ausstellung in einer Zeit wachsenden Interesses an materialikonologischen Fragestellungen in der Kunstwissenschaft statt - eine Koinzidenz, die wieder einmal belegt, wie stark bestimmte Ideen “in der Luft” liegen.
Eine andere Neuerung in diesem Jahr war die Vergabe des Aschaffenburger Förderpreises für zeitgenössische Kunst, der finanziell von der Aschaffenburger Otto-Brass-Stiftung ermöglicht wurde. Alle eineinhalb Jahre wird seitdem das Werk eines lokalen Künstlers mit dieser Auszeichnung geehrt. Die erste Verleihung, die in Verbindung mit dem nun schon traditionellen WeihnachtsKunstmarkt durchgeführt wurde, war zugleich die letzte Veranstaltung im “Kunstraum am Rathaus”. Bald darauf wurde er abgerissen, um einer lange geplanten Umgestaltung des Areals Platz zu machen.
Auf den Verlust seines Ausstellungsraumes war der Neue Kunstverein zwar schon von Anfang an eingerichtet gewesen; nach anfänglichen Versuchen, den Abriss aufzuhalten, hatte man sich mit dem Versprechen abgefunden, dass im neuen Foyer des Theaters eine eigene Ausstellungshalle erichtet würde. Dann aber traf die neuerliche Unbehaustheit den Verein doch stärker als vermutet und bedrohte sogar seinen Bestand. Denn gleich nach der Niederlegung des Gebäudes hatte sich ein Bürgerprotest gegen die städtische Planung formiert und zunächst die Neubebauung des Rathausplatzes auf unbestimmte Zeit lahm gelegt. In seiner Not beschloss der Verein, mit einer Ausstellung im Außenraum auf seine Situation sinnfällig aufmerksam zu machen. “Auf die Straße gesetzt - der Neue Kunstverein unterwegs” bestand aus sechs Bauwagen, die, an verschiedenen Plätzen in der Altstadt und am Main aufgestellt, von jeweils einem Künstler oder Künstlerpaar gestaltet wurden - ein öffentlichkeitswirksames Konzept, das zugleich auf ausgefallene Weise das Verhältnis von Innen- und Außenraum als Orte der Kunst thematisierte. Und erneut erwies sich das Bespielen öffentlichen Raums als hervorragender Weg, einem großen Publikum zeitgenössische Kunst nahe zu bringen. Zusätzlich machte im folgenden Sommer auf die besondere Situation des Verlustes eine einwöchige Aktion von Caspar Ußleber aufmerksam, bei welcher der Berliner Künstler in der verwaisten Baugrube mit wechselnden Kollegen campierte und aus Fundstücken eine gartenartige Installation einrichtete. Der Förderpreis für zeitgenössische Kunst wurde diesmal, im Mai 1998, in einer Aschaffenburger Bankfiliale vergeben, die zugehörige Präsentation von Arbeiten des Preisträgers fand dort und im Kornhäuschen nahe dem Schloss statt.
Für die übrigen Ausstellungen der Jahre 1997 und 1998 und den WeihnachtsKunstmarkt an der Jahreswende gewährte wieder einmal die Jesuitenkirche Unterkunft. So fand hier ebenso “papier=kunst 3” statt wie ein weiterer künstlerischer Dialog unter dem Titel “Stille Balance”. Vor allem blieb den zahlreichen Besuchern von weit über die Stadtgrenzen hinaus jedoch die farbenprächtige Schau “Zeitgenössische Kunst aus Zimbabwe” im Gedächtnis, die auf neue Weise Ernst machte mit dem Anspruch des Vereins, internationale Kunst nach Aschaffenburg zu holen. Von Heinz Bartkowski als einem Kenner der Kunstszene in diesem afrikanischen Land kuratiert, setzte sie zudem erstmals in Europa ein Schwergewicht auf Malerei, Fotografie und Installation aus Zimbabwe, und nicht auf die hier schon lange populäre Skulptur.
Spät im Jahr 1997 hatte sich bereits ein Hoffnungsstreif am Horizont für den heimatlosen Neuen Kunstverein abgezeichnet. Ein leerstehendes Gebäude am Landing wurde nach einigen Verhandlungen für eine Bespielung mit Ausstellungen von der Stadt zur Verfügung gestellt. Die Immobilie war allerdings in einem sehr schlechten Zustand, und von städtischer Seite standen nur Mittel für die allernotwendigsten Maßnahmen zur Sicherung des Baus zur Verfügung. Es ist der vereinten Initiative des Vorstands, Heinz Bartkowskis sowie einiger entschlossen zupackender Vereinsmitglieder zu verdanken, dass dennoch binnen eines Jahres ein Großteil der Räumlichkeiten nutzbar wurde. Mit dem WeihnachtsKunstmarkt 1998 konnte der “KunstLANDing” eingeweiht werden. Der Verein ging nun in seine dritte Phase - mit einem Vorstand, dessen Zusammensetzung sich erneut verändert hatte. Für Hans Braun, Christine Neidlinger und Elwine Rothfuß-Stein waren der Kunsterzieher Wolfgang Xaver Fischer, der Hochbauamtsleiter Kaspar Snell und Heinz Bartkowski hinzugekommen; Karin Brass hatte den Stellvertretenden Vorsitz an Thomas Röske übergeben.
Das dreistöckige Gebäude des “KunstLANDings” mit seiner breiten Fensterfront zur Straße und seiner geräumigen Durchfahrt zu einem gepflasterten Hinterhof war 1872 als Brauerei mit Wirtschaft errichtet worden. Nach dem 1. Weltkrieg wurde es als Schule der Englischen Fräulein genutzt, nach dem 2. Weltkrieg zur Berufsschule umgebaut. Zuletzt diente es als Jugendzentrum. Es bietet im ersten und zweiten Obergeschoss neben einem geräumigen Flur jeweils drei Räume, zwei mittelgroße und einen großen, damit insgesamt ca. 650 qm Ausstellungsfläche. Im Erdgeschoss konnten Büroräume sowie eine Küche und ein Café für die Veranstaltungsbesucher eingerichtet werden; mittlerweile wird hier noch ein großer, schwarz gestrichener Lagerraum, der zu Zeiten des Jugendzentrums als Discothek gedient hat, gelegentlich für Feste genutzt.
Die Ausstellungsräume und Flure mit breiten Fenstern sowie Holz- und Linoleumböden haben einen entschieden anderen Charakter als der “Kunstraum am Rathaus”. Das wurde bereits bei der ersten Schau deutlich, einem Dialog zweier chinesischer Künstler, der gerade mit dem Überschreiten der Intimität der Räumlichkeiten spielte - übrigens zugleich eine Bekräftigung des Leitmotivs Kunst anderer Kulturen, das von nun an Bedeutung im Programm des Neuen Kunstvereins behielt. Großräumige Installationen sind zumindest innerhalb des Gebäudes nicht mehr möglich - dafür lässt sich gut die Kommunikation einer Folge von weniger raumgreifenden inszenieren. Das zeigte etwa die Ausstellung “Zwei Amerikaner in Aschaffenburg”. Vor allem profitieren jedoch Gruppenausstellungen mit kleineren, sensibleren Formaten von dem Charakter der Räume. Davon legte eindrücklich die Schau “Die ungewisse Ordnung der Dinge - Bilder abseitiger Weltsichten” Zeugnis ab, die eigenwillige Malereien, Zeichnungen und Installationen von acht überwiegend nicht professionellen Künstlern zeigte.
Nach der Ausstellung mit Kunst aus Zimbabwe konnte man hier einen Blick in das “innere Afrika” einiger deutscher gesellschaftlicher Außenseiter werfen. Das Projekt wurde konzipiert und durchgeführt von Thomas Röske und einer Gruppe von Studenten der Kunstgeschichte an der Frankfurter Universität. Im derzeit noch wachsenden Feld von Ausstellungen mit Werken aus Psychiatrien, Heilpädagogischen Heimen, Obdachloseneinrichtungen oder Gefängnissen setzte sich die Aschaffenburger Schau betont von einer bloß psychologisierenden Deutung der Werke ab. Vielmehr versuchte die Gruppe auch mit bildanalytischen Mitteln deren Gehalt und damit dem zugrundeliegenden Kommunikationsangebot näher zu kommen. In Absprache veranstaltete zeitgleich die Städtische Galerie in der Jesuitenkirche eine Schau mit Werken von Patienten der Psychiatrischen Klinik Klosterneuburg in Gugging bei Wien.
Eine neue Ausstellungsreihe wurde unter dem Titel “Show it again” in diesem Jahr begründet. Damit knüpfte der Verein gewissermaßen an die Idee des “Rückblicks” bei der Ausstellung “Avantgarde in Aschaffenburg” von 1993 an. Parallel zu den Präsentationen in den Obergeschossen wurden nun im Außenraum oder im Bereich des Eingangs und des Cafés kleinere Ausstellungen mit Werken von Künstlern eingerichtet, die früher bereits im Neuen Kunstverein gezeigt worden waren. Neu war 1999 außerdem, dass man von einem festen Konzept für die Gestaltung der Kataloge zu den Ausstellungen teilweise abging. Entsprechend der Vielfalt der Medien, der Anzahl und Herkunft der Künstler können diese nun klein oder groß und in jeglichem Format gehalten sein, gebunden oder als Sammlung von Karten erscheinen, gedruckt oder in Form eines Videos oder einer CD Rom. Und wieder wurde im Dezember, neuerlich in Verbindung mit dem WeihnachtsKunstmarkt, der Förderpreis für zeitgenössische Kunst verliehen.
Allein schon an der steigenden Zahl von Ausstellungen in diesen Jahren lässt sich erkennen, dass der Neue Kunstverein einen neuen Höhepunkt seiner Aktivität erlebte. 2000 führte man bereits sieben Projekte durch, zudem zeichnete der Verein verantwortlich für das übergreifende Konzept der “Aschaffenburger Kulturtage” im Juli, an denen er zusammen mit anderen Institutionen der Stadt teilnahm. Neuland wurde zum wiederholten Male auch auf dem Gebiet der Kuratierung von Ausstellungen betreten. So wählten bei der zweiten Newcomer-Schau “Ins Licht gerückt” erfahrenere Künstlerkollegen einen jüngeren Partner und stellten mit ihm zusammen aus. Und bei der “Kunst-Stunde” zeigten Kunsterzieher verschiedener Gymnasien und Realschulen am Untermain Arbeiten ihrer Schüler - ein weiterer Beitrag zur Entdeckung nichtprofessioneller Kunst. “BMA 2000” überließ das Feld - wie schon “Ortswechsel” 1996 - einer Künstlergruppe aus einer anderen deutschen Stadt, während bei “ALIce im Landing” erstmals ein Künstler, der seit seinem Projekt “Einatmen - Ausatmen” 1993 hier bekannte Künstler Vollrad Kutscher, eine Schau mit Teilnehmern aus unterschiedlichen Kulturen zusammenbrachte -ebenfalls ein ausgefallenes Projekt zum Thema Kunst fremder Kulturen, nicht zuletzt wegen der Vielfalt der eingesetzten Medien.
Das Jahr, in dem wir uns befinden, begann mit einer Dialog-Austellung, allerdings einem zweifachen Doppel. Damit erweist sich dieses Konzept als das langlebigste und erfolgreichste des Vereins. Anschließend wurden, wie im Vorjahr, unter dem Titel “Show it again” zwei in Aschaffenburg bekannte Künstler mit neuen Werken vorgestellt - wobei Werner Haypeter sogar schon zum dritten Mal nach Aschaffenburg kam: 1991/92 hatte er an der ersten “papier=kunst”-Schau in der Jesuitenkirche teilgenommen, und 1995 war er im “Kunstraum am Rathaus” unter dem Titel “Von der Fläche in den Raum” in einen Dialog mit Anna Tretter getreten. “blick/wechsel/blick” griff das Konzept einer von einem Künstler kuratierten Schau auf, wobei sich diesmal die Frankfurterin Heide Weidele (die an der Bauwagenschau “Auf die Straße gesetzt” 1997 beteiligt gewesen war) die Aufgabe mit der Kölnerin Carola Willbrand teilte.
Wenn dieser Rückblick erscheint, wird bereits die größte und aufwendigste Ausstellung eröffnet sein, die der Neue Kunstverein jemals veranstaltet hat. “Stadt~Landschaft~Fluss” verknüpft erstmals eine Schau im “KunstLANDing” mit einer Ausstellung im Außenraum - und belebt zugleich in vorbildlicher Weise die Idee eines sommerlichen Kunstereignisses, wie es das Konzept der Aschaffenburger Kulturtage von Anfang an vorgesehen hat. Für das Jahresende schließlich ist die vierte Folge der Reihe “papier=kunst” vorgesehen, die - nicht zuletzt personell, durch Andreas von Weizsäcker (Abb. 6+7), der bereits 1991/92 dabei war - die älteste Linie des Programms bekräftigt. So steht in diesem Jahr wie auch früher schon beides nebeneinander: Das Vorwagen auf Neuland und das Festhalten an Leitideen, die sich über die Jahre als produktiv erwiesen haben. Auf diese Weise zeigt der Neue Kunstverein deutlich, dass ihm nicht an flüchtiger Schockwirkung beim Publikum gelegen ist, sondern an der Entwicklung eines eigenständigen, auch auf Charakteristika der Stadt und ihrer Künstler reagierenden Programms.
Das entschlossene Voranschreiten in neue Dimensionen der Vereinsaktivität trifft zusammen mit einer Veränderung in der Zusammensetzung des Vorstands, die größer ist als je zuvor, zumal durchweg Gründungsmitglieder ausscheiden. Bereits am Jahresanfang haben sich der Schatzmeister und die Schriftführerin zurückgezogen. An die Stelle des pensionierten Günter Jung trat sein Nachfolger bei der Sparkasse, Kurt Stegmann, und an die von Ulrike Krautheim-Brouczek der Leiter der Volkshochschule, Alois Huber. Zum Jahresende verlassen außerdem Karin Brass und Thomas Röske die Leitung des Vereins und werden ersetzt. Das wird jedoch sicherlich keine grundlegende Veränderung der bislang verfolgten Leitlinien bedeuten, vielmehr eine Zufuhr neuen Elans bei deren kreativer Weiterentwicklung.
In den nun zehn Jahren seines Einsatzes für zeitgenössische Kunst hat sich der Neue Kunstverein zweifellos als eine dauernde Bereicherung des Kulturlebens in Aschaffenburg und der Region bewährt. In seinem konsequenten Bestreben, neueste Tendenzen in Malerei, Zeichnung, Druckgraphik, Fotografie, Skulptur, Installation und neuen Medien vorzustellen, hebt er sich von den anderen Kunstinstitutionen der Stadt ab - die er zugleich, mit der Einrichtung der “Aschaffenburger Kulturtage” erstmals zu gemeinsamer Aktion animiert hat. Im Vergleich mit Kunstvereinen anderer Städte, wie etwa Würzburg, Darmstadt, Frankfurt, Mainz oder Wiesbaden, zeigt sich sein individuelles Profil, das ihm im Konzert dieser Institutionen kollegialen Respekt einbringt. Dass die von ihm geleistete Arbeit auch jenseits der Stadt-, Kreis- und Landesgrenzen geschätzt wird, belegen nicht zuletzt die anhaltende ausführliche Berichterstattung über seine Ausstellungen in überregionalen Zeitungen und die Nominierung für den Preis der Frankfurter Kunstmesse im Jahr 2000. Die gemeinsame Inititative kunstinteressierter Bürger hat ihn ins Leben gerufen, die ehrenamtliche Arbeit des Vorstandes, die Mithilfe einer Reihe von Mitgliedern, insbesondere aber der erstaunliche, unermüdliche Einsatz der Vorsitzenden haben ihm über die Jahre eine Gestalt mit klaren Konturen gegeben. Es ist zu wünschen, dass er auch in Zukunft den eingeschlagenen Weg mit gleicher Energie fortsetzen kann und die dazu notwendige Unterstützung von der Stadt und ihren Bürgern erhält.
Dr. Thomas Röske gehörte dem Vorstand seit Gründung 1991 bis 1997 als stellvertretender Vorsitzender an.
